Schaufenster · Feder

Werkstatt

Das Notizbuch als Werkstatt

Was in ein Notizbuch gehört, was nicht — und warum die besten Einfälle selten am Schreibtisch kommen.

Mein Notizbuch ist kein Tagebuch. Es ist eine Werkstatt: halbe Sätze, Beobachtungen aus dem Zug, ein Wort, das jemand am Nebentisch gesagt hat. Das meiste davon taugt nie zu etwas. Aber ohne das meiste gäbe es das wenige nicht, das taugt.

Ich schreibe immer mit Datum und Ort. Nicht, weil es wichtig wäre, sondern weil der Ort später mehr erinnert als der Satz selbst. «Bahnhof Olten, 7.42 Uhr, Nebel» — und schon ist der Morgen wieder da.

Was hineingehört

Alles, was einen kurz anhält. Ein Geräusch, eine Farbe, ein Missverständnis. Fragen, auf die man keine Antwort hat. Listen. Vor allem Listen.

Was nicht hineingehört

Termine, Einkäufe, Passwörter. Das Notizbuch ist kein Gedächtnis für den Alltag, sondern eines für das, was der Alltag übersieht.

Kommentare

Noch keine Kommentare — schreiben Sie den ersten.

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht.

Spamschutz: läuft beim Ausfüllen, ohne Rätsel

Kommentare erscheinen nach Freigabe. Kein Konto nötig.

  • Schreiben
  • Notizbuch

Teilen

Erst ein Klick öffnet das Netzwerk — vorher geht nichts dorthin.

Weitere Texte